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Ubisoft / Die Siedler - Das Erbe der Könige Gold Edition

 

Rund ein Jahr nachdem 'Die Siedler - Das Erbe der Könige' erschienen ist, ist nun die Gold-Edition des beliebten Aufbaustrategie-Spiels in den Läden. Neben dem Basisspiel und den beiden Add-Ons 'Nebelreich' und 'Legenden', die alle auf eine DVD gepresst sind, sind als Bonus der Soundtrack mit 29 Titeln für den heimischen CD-Player und eine (recht hübsche) Figur des Ritters Kerberos mit im Paket.

Ähnlich wie in anderen Aufbaustrategie-Spielen, gibt es auch bei 'Die Siedler - Das Erbe der Könige' einfache Arbeiter, Leibeigene genannt, die Rohstoffe sammeln sowie Gebäude aufbauen und reparieren. Diese können im Haupthaus gekauft werden und stehen ohne Wartezeit sofort zur Verfügung. Beim Sammeln der Rohstoffe sind sie allerdings etwas langsam und können daher durch professionelle Arbeiter oder Bergleute ersetzt werden.

"Professionelle" Arbeiter haben den Vorteil, dass sie Steuern zahlen und so den Staatshaushalt finanzieren. Jedoch sind Arbeiter auch wesentlich anspruchsvoller als einfache Leibeigene. Sie beanspruchen nämlich einen Platz in einem Gasthaus und einen Schlafplatz. Später kann man zusätzlich zu Minen und Steinbrüchen, die die Rohstoffe abbauen, noch Steinmetze, Schmieden, Ziegelbrennereien, Alchemisten und Sägewerke bauen, die durch Weiterverarbeitung die Menge an abgebauten Rohstoffen noch erhöhen.

Eine schrittweise Entwicklung der Siedlung wird durch Hochschulen und Universitäten ermöglicht. Hier erforschen Gelehrte Technologien, wie die Wehrpflicht, die es dem Spieler ermöglicht, Kasernen zu bauen oder Ausbaumöglichkeiten anderer Gebäude.

Die Anzahl der Untertanen wird durch die Anzahl und Ausbaustufe des Dorfzentrums beschränkt. Um zu expandieren ist es daher schon früh im Spielverlauf ratsam, nach einem Bauplatz für ein zweites Dorfzentrum Ausschau zu halten. Die können nämlich nur an bestimmte Orte gebaut werden.

Wie bereits erwähnt, zahlen Arbeiter regelmäßig (nämlich alle zwei Minuten) Steuern. Durch diese Steuern werden Baukosten abgedeckt und vor allem auch die Kriegsführung finanziert. Gerade in Zeiten der Belagerung oder während groß angelegter Angriffe auf den Gegner kostet das Heer besonders viel Geld. Wenn die regelmäßigen Steuereinnahmen nicht ausreichen, kann man die Steuerschraube eben fester drehen und so mehr Gold von den Arbeitern bekommen. Dies geht dann aber auf Kosten der guten Laune und der Produktivität. Um diese zu steigern, kann man die Steuern aber auch wieder senken.

Anders als in den meisten Strategiespielen, kostet in 'Die Siedler - Das Erbe der Könige' nicht nur der Aufbau einer Armee Geld, sondern auch deren Unterhalt, nämlich Gold. Das kann praktisch nur durch Steuereinnahmen beschafft werden. Folglich ist eine funktionierende Siedlung Voraussetzung für die Kriegsführung. Die Steuerung der Armee ist einfach gehalten. Man heuert einen General an, der dann mehrere Soldaten unter sich hat. Gesteuert werden nur die einzelnen Generäle, was positiv zur Übersicht während einer Schlacht beiträgt. Während des Kampfes bekommen die Soldaten Erfahrungspunkte und werden dadurch stärker.

Neben der Armee stehen dem Spieler je nach Mission eine unterschiedlichen Anzahl von Helden zur Verfügung. Diese sind nicht nur stärker, als Soldaten, sondern besitzen auch noch Spezialfähigkeiten und können wiederbelebt werden.

Schön ausgestaltet ist das Wetter im Spiel. Diese hat nämlich Einfluss auf die taktischen Möglichkeiten des Spielers. So verringert Regen die Sichtweite, während Schnee und Eis die Bewegungsgeschwindigkeit bremsen. Außerdem können im Winter Armeen über zugefrorene Flüsse marschieren und so den Gegner überraschen. Wer nicht erst auf den Winter warten will, kann später im Spiel auch eine Wettermaschine bauen, die es ermöglicht, auf die Witterung Einfluss zu nehmen.

Das Hauptspiel kann im Kampagnen-Modus, im Singleplayer-Modus und im Multiplayer-Modus betrieben werden. Der Kampagne ist ein optionales Tutorial vorgeschaltet und die Kampagne selbst führt den Spiele auch langsam an alle Funktionen heran, so dass auch Einsteiger nicht überfordert werden.

Die Grafik ist ausgesprochen gelungen. Sehr viele kleine Details sorgen dafür, dass das Spiel auch durch grafische Effekte an Tiefe gewinnt. So kann man gelehrte in Hochschulen bei der Forschung und Soldaten in Kasernen bei der Ausbildung beobachten. Zusätzlich kann man auch durch Anklicken der Einheiten diese nach Ihrer Meinung befragen. Das Spiel ist in 3D-Grafik ausgestaltet, was den Vorteil hat, dass man den Blickwinkel verändern kann und so in Schlachten, die hinter einem Wald stattfinden, einfach die Kamera drehen kann, um nicht den Überblick zu verlieren, ohne dass dies die Steuerung verkomplizieren würde.

Der Soundtrack ist Stimmungsvoll und das Spiel wird durch freche Sprüche und Ansagen von Oliver Kalkofe aufgepeppt.

Fazit
Ubisofts 'Die Siedler - Das Erbe der Könige Gold' ist geeignet für Einsteiger und fortgeschrittene Aufbaustrategie-Fans. Das Spiel wird auch nach einiger Zeit nicht langweilig und bei den Add-Ons ist auch für ausreichend Abwechslung gesorgt.

Testergebnis
 

Gameplay gut
Grafik gut
Sound gut
Gesamt gut
   

Links zum Thema:

 

Take2 / Sid Meier's
Civilization IV

 

14 Jahre ist es inzwischen her, dass der erste Teil von Civilization in den Läden stand. Was damals noch auf DOS-Ebene mit wenigen Farben als 2D-Spielfeld erschien, ist heute eine farbenfrohe, dreidimensionale Welt. Am Spielsystem dagegen hat sich in fast eineinhalb Jahrzehnten nichts grundlegendes geändert, sondern das Spiel ist immer weiter ausgebaut und verfeinert worden, was einen wesentlichen Reiz der Civilization-Reihe ausmacht.

In Civilization IV geht es um nichts Geringeres als die Weltherrschaft. Das Ziel ist klar abgesteckt, der Weg dahin hängt aber vom persönlichen Belieben des Spielers ab. Wer lieber mit Mitspielern verhandelt, kann sich der Diplomatie bedienen. Man kann durch wirtschaftlichen und kulturellen Vorsprung die Vorherrschaft gewinnen oder aber als Kriegsherr die Säbel rasseln lassen.

Nachdem man sich seine Welt "gebastelt" hat (man kann bestimmen wie groß sie ist und wie viel Wasser und welche Landform sie haben soll) und sich sein Volk ausgesucht hat (jedes Volk hat andere Fähigkeiten), beginnt in Civilization IV auf einem kleinen Stückchen Land auf einer großen weiten Welt mit einem Siedler im Jahre 4.000 vor Christi Geburt.


Normalansicht. Grenzen sind
farblich gekennzeichnet.

Mit diesem Siedler kann eine Stadt gegründet werden. Damit wäre der Grundstein für eine Zivilisation gelegt. Diese Stadt kann durch Gebäude, Verteidigungsanlagen und Weltwunder ausgebaut werden. Sie kann weitere Siedler produzieren und Handelsnetze aufbauen.

Nachdem die erste Stadt gegründet ist, wird die Forschung aufgenommen. Es werden neue Technologien erforscht, die den Bau neuer Gebäude und neuer Einheiten ermöglichen. Je mehr Gebäude gebaut werden, desto größer wird der kulturelle Wert einer Stadt, wodurch sich der Einflussbereich dieser Siedlung bis hin zu einer Metropole erweitert. Aber nicht nur die Stadt kann ausgebaut werden, sondern auch die umliegenden Ländereien. Hier können Häuser, Weideflächen, Straßen, Eisenbahnen, Minen und andere Erweiterungen aufgestellt werden, die die Wirtschaft einer Region stärken.

Neben der eigenen Nation gibt es immer auch noch viele andere Mitspieler. Seien es KI-, also Computer-Spieler, oder menschliche Spieler. Diese können freundlich gesinnt sein oder aber auch feindlich. Dazwischen gibt es auch Zwischenstufen, in denen man diplomatisches Geschick benötigt, um Kriege zu vermeiden.

Sollte es doch einmal zu einer kriegerischen Auseinandersetzung kommen, empfiehlt es sich, mehrere moderne Einheiten in den Städten zu haben, um diese effektiv verteidigen zu können. Ein interessantes Feature sind Lebensenergie und Erfahrung. Im Kampf kann eine Armee Lebensenergie verlieren. Sollte sie aber gewinnen, steigt der Erfahrungswert und sie kann befördert werden, was die Kampfstärke erhöht. Wenn Sie der betroffenen Einheit ein paar Runden Ruhe geben, wird sie sich auch wieder bis zu vollen Lebensenergie erholen und ist damit schlagkräftiger als vorher.


Weltwunder: Die Hängenden Gärten

Neu hinzugekommen sind die Konfessionen. Mit dem technologischen Fortschritt werden immer neue Weltreligionen gegründet, die sich auch ausbreiten können. Diese Religionen haben einen wesentlichen Einfluss auf diplomatische Beziehungen zwischen den Nationen und auf die Produktivität der Bürger.

All dies hört sich sehr kompliziert an und wirkt für Einsteiger abschreckend. Dabei können inzwischen viele Verwaltungsaufgaben vom Computer übernommen werden und man muss sich auch nicht gleich zu Beginn des Spiels auf alle Feinheiten einlassen. Die Entwickler von Civilization IV haben es durch eine feine Abstufung der Schwierigkeitsgrade geschafft, das Spiel sowohl für Einsteiger, wie auf für Profis spielbar zu machen. So kann man das Spiel mit viel Tiefe spielen oder auch nur oberflächlich, ohne dass dabei zuviel Spielspaß verloren ginge.

Vorbildlich ist das über 200-seitige gedruckte Handbuch, das ausführlich über die vielen verschiedenen Aspekte des Spiels aufklärt, dem aber ein alphabetisches Stichwortverzeichnis hätte spendiert werden können, um es besser als Nachschlagereferenz nutzen zu können. Außerdem ist in der Packung noch ein großer ausklappbarer Technologiebaum und verschiedene Übersichten enthalten.

Die Weltkarte und die Einheiten werden als 3D-Objekte angezeigt. Das sieht durchaus passabel aus, fordert den Rechner aber deutlich mehr, als eine einfache 2D-Darstellung. So kann es auch bei einem modernen Computer passieren, dass die Darstellung etwas hakt,

Dass Civilization IV zum Ende hin sehr unter Zeitdruck produziert worden ist, macht sich leider in manchen Menüs und Dialogen bemerkbar. Dort sind vereinzelt nicht übersetzte englische Texte zu finden. Zwar wird dadurch der Spielspaß nicht beeinträchtigt, aber es ist trotzdem schade.

Civilization bietet 73 in-Game-Soundtracks, die je nach technologischem Fortschritt und Zeitalter gespielt werden. Alternativ können auch eigene MP3s abgespielt werden.

Fazit
Sid Meier's Civilization IV kommt zur kalten Jahreszeit gerade richtig. Fans werden nächtelang vor den Computern sitzen und morgens völlig übermüdet zur Arbeit fahren. Civilization IV ist der Beweis, dass rundenbasierte Strategiespiele auch heute nicht angestaubt sind, sondern absolut packend sein können. Kauftipp!

Testergebnis
 

Gameplay sehr gut
Grafik befriedigend
Sound gut
Gesamt sehr gut
   

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