Computer-TIP  - Testberichte, Informationen & Produktvorstellungen

 


audials - Tunebite

 

Musikdienste wie Napster bieten attraktive "Musik-Flatrates" zu relativ günstigen Preisen, bei denen der User innerhalb des Abo-Zeitraums so viele Musikstücke herunterladen kann, wie er möchte. Jedoch verfällt mit Ablauf des Abonnements das Recht, die Songs abzuspielen. Gesichert wird dieses Geschäftsmodell durch eine digitale Rechteverwaltung (DRM), die das Abspielen nach Vertragsende verhindert. Wegen des WMA-Dateiformats ist auch das Abspielen der Dateien auf reinen MP3-Playern, wie Apples iPod, der das WMA-Format nicht unterstützt, unmöglich.

Tunebite will sowohl das Kompatibilitäts, als auch das Rechteverwaltungs-Problem lösen, indem es aus den WMA-Dateien MP3-Dateien herstellt. Diese enthalten dann kein DRM mehr und können so technisch unbegrenzt lange auf PCs und MP3-Playern abgespielt werden. Technisch wird der Kopierschutz jedoch nicht "geknackt", also per Rechenoperation entfernt, sondern das Musiksignal wird an einem virtuellen Lautsprecherausgang abgefangen und neu aufgenommen. Das ganze funktioniert in extrem hoher Geschwindigkeit, denn gleichzeitig können bis zu 9 Songs zur Wiederaufnahme jeweils mit bis zu 3,8-fachen Geschwindigkeit abgespielt werden. Bei ausreichender Rechenkapazität des Computers ist ein Qualitätsverlust nicht hörbar.

Aber ist das alles denn auch legal? Tunebite bedient sich einer Gesetzeslücke im Urheberrechtsgesetz, die als "analoge Lücke" bekannt geworden ist. Diese Lücke stützt sich auf das juristische Argument, dass §95a UrhG nur die "Umgehung wirksamer" technischer Schutzmaßnahmen verbietet, jedoch bei digitalen Rechteverwaltungssystemen nur die digitale Eins-zu-eins-Kopie verhindert werden soll, dagegen nicht die analoge Wiederaufnahme. Die Tatsache, dass man von Qualität und Kopiergeschwindigkeit mit Tunebite sehr nah an der digitalen 1:1-Kopie liegt, ist daher von eher untergeordneter Bedeutung. Zu einem ähnlich funktionierenden, mittlerweile jedoch aus (anderen) wettbewerbsrechtlichen Gründen verbotenen Programm, bestätigte das Landgericht Frankfurt mit Urteil vom 31.05.2006 (Az: 2-06 O 288/06) die Legalität solcher automatisierter analoger Wiederaufnahmen.


Benutzeroberfläche von Tunebite

Tunebite liefert qualitativ hochwertige "Kopien" und arbeitet auch brav lange listen von DRM-geschützten Dateien ab. Während das Programm die WMA-Dateien bearbeitet sollte man jedoch nicht am PC arbeiten, da sich sonst schnell unschöne Fehler in die augenommenen MP3-Dateien einschleichen. Wenn man den PC in Ruhe arbeiten lässt, sind solche Fehler eher selten.

Tunebite kostet in der Premium-Version 19,90 Euro und in der Platinum-Version, die zusätzlich auch Videos verarbeiten kann, 29,90 Euro.

Fazit
Tinebite ist ein einfach zu bedienendes und effektiv arbeitendes Programm zur Entfernung von DRM-Beschränkungen bei Musikdateien. In diesem Bereich ist TUnebite ein echter Kauftipp!

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WinMagic - SecureDoc


SnagIt 8

Computer enthalten häufig sensible Informationen geschäftlicher oder privater Natur, die nicht in fremde Hände gelangen sollen. Ein vergessener oder gestohlener Laptop wäre dann ein Albtraum. Einfache BootUp-Passwörter sind meist nur kleine Abschreckungen aber keine echten Hürden, wenn jemand wirklich an wichtige auf dem PC gespeicherte Informationen gelangen möchte. Schon effektiver ist die Verschlüsselung einzelner Dateien. Jedoch besteht dann immer noch die Möglichkeit, temporäre Kopien im unverschlüsselten Bereich der Festplatte auszulesen.

WinMagics SecureDoc geht einen Schritt weiter und verschlüsselt gleich die ganze Festplatte. Nach der Installation der Software kann man beginnen. Je nach Datenträgergröße und Systemkonfiguration dauert solch ein Vorgang realistischerweise etwa zwischen einer und vier Stunden. Die Verschlüsselung kann zwischenzeitlich auch unterbrochen werden und der PC kann ausgeschaltet werden.

Der Zugang zur Festplatte wird nach Aktivierung der Veschlüsselung per Kennwort geschützt. Dieses muss als pre-boot authentication schon vor dem ersten tatsächlichen Festplattenzugriff eingegeben werden. Wird das Kennwort dreimal falsch eingegeben, wird der PC gesperrt und erst nach einem Neustart können wieder Kennwörter eingegeben werden. Nach korrekter Eingabe startet der PC ganz normal und nur ein kleines Symbol in der Taskleiste erinnert an die Verschlüsselung. Ein nützliches Feature ist die automatische Anzeige der falschen Passworteingaben nach dem Windows-Start. So können potentielle Gefahren schnell aufgedeckt werden.

SecureDoc unterstützt neben einer einfachen Passwortabfrage auch die gängigen SmartCards und USB-Hardware Tokens. Auf ihnen kann man die Schlüsseldatei hinterlegen und so die Sicherheit noch weiter erhöhen.

Sehr angenehm ist, dass sich die Zugriffszeiten der Festplatte durch die Verschlüsselung nur geringfügig verschlechtern. Subjektiv bemerkt man es meistens nicht und auch die Mehrbelastung des Prozessors hält sich in Grenzen.


Login zur Verschlüsselungs-Konfiguration

Da die Benutzeroberfläche -insbesondere für Einsteiger- nicht selbsterklärend ist, sollte vor der Einrichtung unbedingt das PDF-Handbuch gelesen werden. Wichtig für den deutschen Sprachraum ist auch, dass in SecureDoc das deutsche Tastaturlayout vor dem ersten Neustart aktiviert wird. Denn sonst frustriert man bei der Kennworteingabe leicht, da nur *** anstatt von Buchstaben angezeigt werden und daher die falschen Zeichen bei der Eingabe garnicht erkennbar sind.

Fazit
SecureDoc verwandelt den PC in einen Tresor. Das Programm ist technisch gut und zuverlässig. Wünschenswert wäre aber eine einfachere Bedienung.

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